Die Wahl der richtigen Grifflänge für Ihre Angelrute ist ein entscheidender Schritt, der oft den Erfolg Ihrer Angelausflüge bestimmt. Diese Dimension beeinflusst direkt den Komfort und die Effizienz Ihrer Köderführung bei jedem Einsatz. Egal ob die Rute zu kurz oder zu lang ist – eine schlechte Ergonomie kann das Angeln schnell ermüdend machen.
Dank des Rutenbaus (Rodbuilding) ist es möglich, diese Länge millimetergenau an Ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen. Dieser Artikel erläutert die aktuellen Standards je nach Zielfisch und angewandter Technik, um Ihnen bei Ihrer Wahl zu helfen.
Die Bedeutung der Ergonomie des Rutengriffs verstehen
Die Länge des Griffs ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern beeinflusst die gesamte Handhabung Ihres Geräts beim Angeln. Auch wenn es je nach Technik gewisse Standards gibt, kann jeder diese Länge an seine eigene Körpergröße und Statur, seine Angelweise – ob im Stehen oder Sitzen – sowie an seine persönlichen Gewohnheiten anpassen.
Ein gut angepasster Griff ermöglicht präzisere Würfe und reduziert die Belastung der Gelenke beim Drill mit dem Fisch. Durch die Personalisierung dieses Teils der Rute optimieren Sie den Hebel für jede spezifische Angeltechnik.
Wie misst man die Grifflänge korrekt?
Um eine präzise und mit den Herstellerangaben übereinstimmende Messung zu gewährleisten, muss je nach verwendetem Rollentyp eine bestimmte Methode angewendet werden. Die Grifflänge wird nicht über die gesamte Länge von Kork oder EVA gemessen, sondern anhand fester Bezugspunkte.
- Beim Spinnfischen misst man vom Rutendende (Butt) bis zum Rollenfuß.
- Beim Baitcasting erfolgt die Messung vom Butt bis zum Trigger am Rollenhalter.
Diese Unterscheidung ist wichtig, da sie die tatsächliche Position Ihrer dominanten Hand berücksichtigt und so eine perfekte Balance gewährleistet.


Standards für Raubfische beim Spinnfischen
Beim Spinnfischen variieren die Grifflängen stark je nach Blanklänge und Rutenleistung. Für feine Angelarten wie das Forellenangeln werden häufig kurze Griffe bevorzugt, um Würfe unter der Rutenspitze in hindernisreichen Gewässern zu erleichtern.
Für Wolfsbarsch oder Wels hingegen sind längere Griffe notwendig, um einen sicheren Halt und genügend Hebel für weite Würfe oder kraftvolle Drills zu gewährleisten.
Hier eine Übersicht der empfohlenen Grifflängen für das Spinnfischen:
| Fisch / Technik | Blanklänge | Wurfgewicht | Grifflänge | Beispiel Blank |
|---|---|---|---|---|
| Forelle (Wobbler / Spinner) | 1,82 m – 1,98 m | < 10 g | 20 cm | FW 662-2 IM |
| Forelle (Wobbler / Spinner) | 2,13 m – 2,28 m | < 15 g | 29 cm | FW 704-1 IM |
| Forelle (TOC) | 3,05 m – 3,96 m | < 15 g | 15 cm | ST 1302-2 Delta |
| Zander (Vertikal) | 1,87 m | 7–35 g | 29 cm | PPS 62 MH |
| Zander (Linear) | 2,18 m – 2,30 m | 5–25 g | 32 cm | Statement 724 |
| Zander (Linear) | 2,43 m – 2,59 m | 10–35 g | 35 cm | MB 805 HM |
| Barsch (Jigging Rap) | 1,87 m | 5–25 g | 27 cm | IMMWS 62 MX |
| Barsch (Drop Shot / Grundnah) | 2,13 m – 2,28 m | 3–12 g | 31 cm | Statement 722 |
| Wels (Vertikal / Kunstköder) | 1,82 m – 2,13 m | 50–150 g | 43 cm | RCLB 70 XL |
| Wels (Köderfisch / Kunstköder) | 2,50 m | 40–120 g | 46 cm | Fifty Niner |
| Wolfsbarsch (Topwater / Grundnah) | 2,13 m – 2,21 m | 5–30 g | 32 cm | MB 705 HM |
| Wolfsbarsch (Zugtechnik) | 2,43 m – 2,59 m | 20–60 g | 37 cm | MB 807 HM |
| Wolfsbarsch (Shore Casting) | 2,90 m – 3,05 m | 15–85 g | 40 – 48 cm | Suzuki 9,6' / 10' |
Griffkonfiguration beim Casting
Beim Baitcasting ist ein anderer Ansatz erforderlich, insbesondere bei Techniken wie „Big Bait“ oder „BFS“ (Bait Finesse System). Der Trigger am Rollenhalter verändert die Handhabung und erfordert oft einen längeren Griff, um die Rute beim Einsatz von schweren Ködern unter dem Unterarm abzustützen.
Beim Hecht- oder Schwarzbarschangeln hilft die Grifflänge, das Gesamtgewicht auszubalancieren und kraftvolle Anhiebe durch Abstützen am Ellbogen zu erleichtern.
Hier die Referenzen für die wichtigsten Zielfische im Casting:
| Fisch / Technik | Blanklänge | Wurfgewicht | Grifflänge | Beispiel Blank |
|---|---|---|---|---|
| Forelle (BFS) | 1,63 m | < 10 g | 14 cm | PPS54UL |
| Zander (Vertikal) | 1,87 m | 7–35 g | 28 cm | PPS 62 MH |
| Zander (Linear) | 2,18 m – 2,30 m | 5–25 g | 28 cm | Statement 724 |
| Hecht (Jerk / Frog) | 1,82 m – 2,21 m | 10–80 g | 29 – 31 cm | Mama Buster |
| Hecht (Swimbait) | 2,21 m – 2,74 m | 20–220 g | 34 – 50 cm | MB 739 IM / SWB 909-2 |
| Schwarzbarsch (Rubber Jig) | 1,98 m – 2,25 m | 7–35 g | 29 cm | PPS 66MH |
| Seelachs (Slow Jigging) | 1,98 m | 50–200 g | 42 cm | REVSJ 66 M |
Distanzruten und schwere Angelarten: Feeder, Karpfen und exotisches Angeln
Bei Techniken, die sehr weite Würfe erfordern, wie Surfcasting oder Karpfenangeln, wird der Griff zu einem echten Hebel. Je länger und kräftiger der Blank, desto länger muss der Griff sein, um eine maximale Wurfbewegung zu ermöglichen und den Blank optimal aufzuladen.
Beim exotischen Angeln wird die Wahl der Grifflänge auch davon beeinflusst, ob ein Kampfgurt verwendet wird oder nicht, da sich dadurch der Stützpunkt während des Drills verändert.
Nachfolgend die Besonderheiten dieser Disziplinen:
| Technik | Blanklänge | Wurfgewicht | Grifflänge | Beispiel Blank |
|---|---|---|---|---|
| Feeder | 10' – 13' (3,05–3,90 m) | 50 – 110 g | 45 – 53 cm | Serie IN-MF |
| Karpfen | 9' – 13' (2,74–3,90 m) | 110 – 130 g | 50 – 66 cm | Serie CPS / ATREX |
| Popping Exo (mit Gurt) | 2,13 m – 2,51 m | 50 – 150 g | 48 cm | Giant 7' |
| Popping Exo (ohne Gurt) | 2,13 m – 2,51 m | 50 – 150 g | 50 cm | Giant 7' |
| Exo Shore Casting | 3,20 m | 90 – 180 g | 61 cm | Nano Heavy 10'6 |
| Jigging Exo | 1,57 m – 1,82 m | 100 – 250 g | 45 cm | Cape Cod 58-250 |
| Surfcasting | 4,20 m – 4,50 m | 50 – 200 g | 84 cm | SP42-200 |





Kommentare
0Melden Sie sich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.
Anmelden